Der Stromverbrauch bei Geräten im Standby-Betrieb.

Wo lassen sich hier noch Kosten einsparen?

„Wenn man alle Standby-Geräte vom Stromnetz abschalten würde, dann kann

man in Deutschland auf mindestens drei Großkraftwerke verzichten.“ Diese

Behauptung wird von einigen Umweltorganisationen vertreten und auch in

meinem Ratgeber „Stromkosten senken im privaten Haushalt“ habe ich diesen

Vergleich erwähnt.

Klingt doch einfach, nicht wahr?

Doch ganz so einfach ist das gar nicht. Um das zu beurteilen, müssen wir erst

einmal wissen, Standby-Geräte sind. Es handelt um alle elektrischen Geräte, die

auch dann weiter Strom verbrauchen, wenn wir sie nicht nutzen. Dass heißt, sie

sind nicht vollständig vom Stromnetz getrennt, auch wenn die eigentliche

Hauptfunktion ausgeschaltet ist.

Standby-Geräte finden wir überall im Haushalt. Wahrscheinlich denkt jeder

zuerst an seine Fernseh- und HiFi-Geräte. Aber damit ist noch lange nicht

Schluss.

Betrachten wir diese Geräte einmal genauer.

1.)

Es sind Geräte, deren Elektronik nicht direkt mit einer elektrischen

Spannung von 230Volt betrieben werden können. Sie benötigen Ladegeräte,

Transformatoren oder Netzgeräte, die die Betriebsspannung auf 6, 12, 19Volt

oder einer anderen Größe herunter transformieren.

Erst einmal gehören es alle mobilen Geräte dazu, wie Handys, Laptops,

Netbooks, Tablett-Computer, MP3-Player, tragbare Spielgeräte, Spielzeuge aller Art

usw. Die Liste ist lang und sie können sicherlich noch viele hinzufügen.

Können wir diese Geräte komplett abschalten? Man könnte schon, aber gerade

an den Komfort dieser Geräte sind wir mittlerweile gut gewöhnt, dass wir darauf

nicht verzichten möchten. Was würde auch passieren, wenn wir das Handy, das

Smartphone, oder das schnurlos Telefon nur dann einschalten, wenn wir gerade

Mal telefonieren möchten. Wenn es jeder machen würde, dann wäre niemand

mehr erreichbar. Das wollen wir alle nicht und somit bleiben diese Geräte 24

Stunden am Tag eingeschaltet.

Was machen aber die Ladegeräte während dieser Zeit?

Sie verbrauchen weiterhin Strom, zwar nicht soviel, wie beim Laden, aber das

24 Stunden lang.

Hier ist es jedoch unnütz, dass diese Geräte noch in der Steckdose stecken und

munter Strom verbrauchen. Ladegeräte sollte man nach jedem Ladevorgang

aus der Steckdose ziehen. Eine abschaltbare Steckdosenleiste könnte hier

Abhilfe schaffen.

Noch ein Hinweis: Steckernetzteile und Ladegeräte sind eine häufige

Brandursache. Schon aus diesem Grund sollten sie nie unbaufsichtigt am

Stromnetz angeschlossen bleiben.

2.)

Andere Unterhaltungsgeräte, wie Fernseh-, Video-, Hifi-Geräte schalten wir

mit der Fernbedienung aus. Beim Computer fahren wir das Betriebssystem

herunter. Sie geben keinen Ton oder Bild mehr von sich. Deshalb glauben viele,

dass alles richtig ausgeschaltet ist. Jedoch ist der Transformator im Netzgerät

noch immer aktiv. Er ist noch nicht komplett von dem Stromnetz getrennt. Man

kann es leicht feststellen, indem man hinter dem Gerät die Temperatur fühlt,

nachdem es eine Weile über die Fernbedienung ausgeschaltet wurde. Nicht

selten heizen sie mit bis zu 30 Watt unnötig Raum auf.

Einige Geräte besitzen bereits einen Schalter, um sie komplett vom Stromnetz

zu trennen. Aber wer macht sich schon die Mühe und krabbelt unter dem Tisch

herum, um mühselig bei einem Computer nach dem Schalter an der Rückseite

zu suchen.

Auch hier kann eine Steckdosenleiste mit Schalter eine einfache Lösung sein.

Sie werden sich schnell daran gewöhnt haben, ein Mal mit dem Fuß den

Schalter zu betätigen, wenn sie die Geräte nicht mehr benötigen.

Aber Vorsicht, die Computer sollten vorher wie gewohnt herunter gefahren

werden. Sonst gehen evtl. Daten verloren oder die Programme laufen

anschließend gar nicht mehr.

3.)

Weitere Geräte sind fast alle modernen Haushaltsgeräte, wie Herde, Mikro-

wellengeräte, Geschirrspüler, Dunstabzugsgeräte, Trockner, ja sogar

Waschmaschinen. Die meisten dieser guten Helfer sind mit allen möglichen

Service ausgestattet. Es beginnt schon bei den digitalen Uhren. Außerdem

können wir sie zeitlich vor-programmieren, oder über das Internet von unterwegs

starten. Wir mögen es, wenn die Wäsche schon gewaschen ist, wenn wir von

der Arbeit nach Hause kommen. Auf diesen Komfort wollen wir heutzutage nicht

mehr verzichten.

Es ist hier nicht einfach, Energie einzusparen. Hinzu kommt, wenn wir mühsam

programmierte Software abschalten, müssen wir den Vorgang beim nächsten

Mal wiederholen.

4.)

Wer hätte das gedacht? Auch Lampen, wie Halogenlampen, insbesondere

Stehlampen, deren Lichtstärke durch Dimmer gesteuert werden, stehen ständig

auf Stanby. Auch hier hilft die Universallösung, abschaltbare Steckdosenleisten.

5.)

Ein weiterer Bereich sind Geräte, mit denen wir eigentlich Strom sparen

wollen sind Zeitschaltuhren, und Bewegungsmelder.

Sinnvoll eingesetzt, sind Zeitschaltuhren eine gute Sache. Wenn zum Beispiel in

einem Unternehmen oft Übernacht die Lampen nicht von den Mitarbeitern

abgeschaltet werden ist das ein lohnender Einsatz.

Für die allabendlichen Besuche im eigen Keller der nur ein oder zwei Stunden

genutzt wird, ist der Einsatz nicht sinnvoll. Eine Zeitschaltuhr wird häufig über

einen mechanischen Motor angetrieben und verbraucht 24 Stunden lang Strom.

Sicherlich eine schlechte Energiebilanz. Hier ist der Einsatz von

Energiesparlampen sinnvoller als kurzfristige Schaltungen.

Um Gelände oder Räume abzusichern, sind Bewegungsmelder eine gute

Investition.

Betreten wir unser Haus, oder gehen in den Keller, ist ein mechanischer Schalter

sinnvoller. Denn die Lampen sind hier nur wenige Minuten in Betrieb.

Schaffen wir Verbraucher es mit diesem Wissen jetzt wirklich die Strommenge

einzusparen, dass die Energieversorger Großkraft-werke abschalten können?

Das kann wohl niemand richtig sagen.

Betrachten wir aber anhand eines Beispiels, was wir selbst davon haben, wenn

wir einige Geräte in unseren Haushalten tatsächlich abschalten können.

Nehmen wir an, folgende Standby-Verbräuche an:

Fernsehgerät: 20W

Videogerät: 20W

Radio: 10W

2 Halogen-Standlampen: 20W

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Gesamtverbrauch: 70W

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Die Energieversorger berechnen unseren Strompreis in die Leistungseinheit

Watt in Abhängigkeit der Zeit, das heißt in Kilowatt pro Stunde (kWh). Wir alle

kennen dieses aus unseren Energierechnungen. Für eine kWh zahlen wir ca.

0,18 – 0,25€.

Wenn wir die oben genannten 70W eine Stunde lang verbrauchen, dann

bedeutet das 70Wh oder 0,07kWh und wir müssten mindestens 0,0126€ dafür

bezahlen. Dafür würde sich wahrscheinlich niemand aus dem gemütlichen

Sessel quälen.

Angenommen, die Geräte sind 16 Stunden pro Tag ungenutzt am Netz, dann

ergibt sich folgende Aufstellung:

Dauer Verbrauch Kosten

Eine Stunde 0,07 kWh 0,0126€

Ein Tag 1,12 kWh 0,2016€

Eine Woche 7,84 kWh 1,0080€

Ein Monat 35,28 kWh 4,5360€

Ein Jahr 423,36 kWh 76,20€

Ein schöner Betrag, den man in einem Jahr sparen könnte.

Nun gut, viele Hersteller versuchen in ihren Geräten den Standby-Verbrauch zu

reduzieren. Aber ganz beseitigen lässt er sich wahrscheinlich nicht.

Andererseits betrachten wir ein Mal wie viele Geräte bereits jetzt in unsern

Haushalten stehen. Kaum eine Familie kommt mit nur einem Fernsehgerät aus.

Dann wird sich das obige Rechenbeispiel schnell ändern.

Dagegen ist der Preis einer abschaltbaren Steckerleiste sehr gering